|
Universitätsklinikum Freiburg Station 8 (Schwerpunkt Krisenintervention und Persönlichkeitsstörungen) |
|
Die Station 8 (14 Betten) ist eine
offene, gemischt-geschlechtlich belegte Station. Der Schwerpunkt der
Behandlung gliedert sich in die Teilbereiche "affektive Störungen",
"Krisenintervention" und "Borderline-Persönlichkeitsstörungen". Die Therapie
affektiver Erkrankungen erfolgt in der Regel in einer Kombinationsbehandlung
aus Verhaltenstherapie und Psychopharmakotherapie; Schlafentzugsbehandlungen
und Elektrokrampfbehandlungen werden ebenfalls auf dieser Station
durchgeführt. Die Krisenintervention umfaßt neben rascher Diagnostik
intrapsychischer oder interaktioneller Auslösefaktoren die Vermittlung von
Möglichkeiten zur Problemlösung und pragmatische Hilfe bei deren Bewältigung
im sozialen Umfeld. In der Regel erfolgt die rasche Vermittlung einer
ambulanten psychotherapeutischen Unterstützung. Die drei Hauptschwerpunkte des Stationskonzeptes verlangen vom Pflegepersonal eine differenzierte Arbeitsweise bezüglich Patienten und deren Krankheitsbilder, sowie eine hohe Flexibilität im stationären Setting. Die Integration der Patienten auf Station erfolgt mittels eines Bezugspflegesystems. Dazu gehört aktive Teilnahme am Aufnahmegespräch, Pflegeanamnese und regelmäßige Bezugspflegegespräche. Die Pflege orientiert sich an den Ressourcen der Patienten und beteiligt Patienten aktiv an Ihrer Pflegeplanung. 1995 wurde auf der Station 8 ein Modellprojekt etabliert, das sich an den Richtlinien der "Dialektisch-Behavioralen Psychotherapie" von Borderline-Störungen nach M. Linehan (DBT) orientiert. Diese Behandlung gilt als störungsspezifische Therapie suizidaler und selbstschädigender Patienten. Sie integriert ein breites Repertoire aus verhaltenstherapeutischen, psychodynamischen, gestalttherapeutischen und hypnotherapeutischen Techniken und Behandlungsstrategien. Im Zentrum des pathogene-tischen Verständnis dieser Erkrankung steht die Annahme, daß es sich um eine Störung der Affektregulation handelt, so daß vor allem Fähigkeiten zur Emotionsmodulation und Spannungstoleranz vermittelt werden. Neben einzeltherapeutischen Maßnahmen geschieht dies vor allem in speziell entwickelten Fertigkeitstrainings und körpertherapeutischen Gruppen. Das Modellprojekt beinhaltet spezifische Aufgabenstellungen für das Pflegepersonal wie Anordnung und Unterstützung bei Verhaltensanalysen sowie Überprüfung auf dessen logischen Zusammenhang und Vollständigkeit. Weiterhin erfolgt Hilfestellung beim Erlernen und Generalisierung von spezifischen Verhaltensfertigkeiten wie Streßtoleranz, Emotionsregulation und zwischenmenschliche Fertigkeiten.
Spezialsprechstunde für Borderline-Persönlichkeitsstörungen http://www.uniklinik-freiburg.de/k/psy/appt/de/pub/index.xml |